Klangraum Tirol

Im Klangraum Tirol sind alle über 200 CDs zusammengefasst, die Manfred Schneider als Kustos der Musiksammlung des Tiroler Landesmuseums und Vorstand des Instituts für Tiroler Musikforschung seit 1989 initiiert, programmiert und produziert hat. Die Intention dabei war, die Musikgeschichte Tirols in wesentlichen Bereichen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart klanglich zu dokumentieren. Diese pionierhafte auch im internationalen Vergleich in ihrer konsequenten Art einzigartige Unternehmung wurde zum überwiegenden Teil in Form von Konzerten realisiert, die live mitgeschnitten wurden und schließlich als CD-Edition als akustisches Abbild sich wie Mosaiksteinchen in das Gesamtkonzept einfügten. Nicht nur die programmatische Gestaltung lag in den Händen des Initiators, sondern vielfach auch die Aufnahmeleitung und die Teilnahme am Schnittverfahren, das aus der zumeist vorhandenen Fülle an akustischem Material erst die künstlerisch gestaltete Endfassung entstehen ließ.

Für manche historischen Zeiträume, wie z. B. für das 16. und 17. Jahrhundert, wo die Musikpflege in Tirol durch die prunkvolle Hofhaltung der in Innsbruck residierenden Habsburgerfürsten einen herausragenden Stellenwert einnahm, haben sich in Tirol kaum musikalische Quellen erhalten.

So musste dieser umfangreiche Fundus im Zusammenwirken mit internationalen Archiven und Bibliotheken in akribischer Arbeit erst recherchiert, akquiriert und schließlich in moderne Notenschrift transferiert werden. Manfred Schneider hat auf dieser von ihm initiierten Grundlage nicht nur die Konzertprogramme entwickelt, sondern sich vielfach auch als Bearbeiter der Quellen eingebracht, indem er eine Vielzahl der nur mit Vokalstimmen überlieferten Kompositionen ebenso fantasievoll wie stilgerecht instrumentierte und damit völlig neuartige Akzente in der Interpretation insbesondere von Werken der Renaissance und Barockzeit setzte.

Mit diesem Projekt ist Tirol wohl eine der wenigen Kulturlandschaften, die eine konsequent gestaltete klingende Musikgeschichte in dieser Dichte präsentieren kann. Ein solch umfangreiches, ja abenteuerliches Vorhaben ist auf materielle und ideelle Unterstützung in vielfacher Weise angewiesen. Es gehört zu den großen Glücksfällen, dass bei den zahlreichen Aktivitäten keine wie immer gearteten Widrigkeiten den Fortgang gestört haben. Die finanzielle Basis wurde durch die kontinuierliche Förderung der Kulturabteilung der Tiroler Landesregierung geschaffen. Viele Projekte wurden zusätzlich auch von privaten Sponsoren unterstützt. Auf diese Weise konnte dieses einzigartige Werk gelingen.

Über Präsentation erschließt sich der Überblick des Gesamtkonzepts. Von dort kann man durch Anklicken der Abbildungen zu den einzelnen Teilbereichen gelangen.